Kurze Zusammenfassung all jener Nachrichten, die mir in letzter Zeit die Schuhe ausgezogen haben:

Zunächst ein Interview in der taz zur „Gefährderdatei“. Schockierend wie die Frage, was man getan haben muss, um als „politisch motivierter Gefährder“ zu zählen, beantwortet wurde: „Nichts“. Da frage ich mich, ob all jene, die an politischen Veränderungen interessiert sind, zu „Gefährdern“ werden? Dabei lebt doch Demokratie genau davon, dass Leute etwas bewegen wollen.

Auch in der taz eine kurze Zusammenfassung der rassistischen Äußerungen Sarrazins. Wenn einer Begriffe wie Bildung und Intelligenz synonym verwendet, mal eben über die strittige Frage, ob hier überhaupt von Vererbung gesprochen werden kann, mit pseudo-konkreten Prozentangaben hinwegbürstet und letztlich noch über gesellschaftliche Zusammenhänge spricht, als gäbe es hier eine davon zu trennende „Natürlichkeit“, die sich da hintenrum durchsetze, wie kann es sein, dass so jemand dafür keine Konsequenzen hinnehmen muss?

Wenn ich von irgendeinem Thema gar keine Ahnung habe und das schnell ändern möchte, lese ich gern den Spiegelfechter. Das war auch zur Frage Wulff vs. Gauck sehr fruchtbar.

Doch, was mich am meisten bewegte, auch im Wortsinne: Die Sparpläne. Als ich die im Halbschlaf morgens erfuhr, war ich sofort hellwach und der Tag war gelaufen.
Antje Schrupp schreibt über den mit der Kürzung des Elterngeldes verbundenen Systemwechsel: Von der Anerkennung der Erziehungsarbeit zum Ersatz für den Erwerbsarbeitslohn, die währenddessen entgangen ist.
Dazu die Demo am Samstag. Ich war auch dabei, ich fühlte mich zum ersten Mal auf einer Demo nicht beschützt, sondern bedroht. Die Nachrichten berichten spärlich, schließlich ist WM, und nun geht es auch um  versuchten Totschlag?
Anne Roth ordnet die speziellen Ereignisse in einen gesellschaftlichen, politischen Kontext ein und fragt nach Hinweisen, während Tom Strohschneider in der Demo generell ein wichtiges Protestsignal sieht.

Früher nahm ich es nie für ganz voll, wenn es hieß, dass Regierungen gern die Abgelenktheit der Leute (der Medien?) durch WMs oder ähnliches nutzten, um fragwürdige Entscheidungen zu treffen. Jetzt sehe ich das mit Blick in meinen Feedreader anders. Ich fing z.B. an Kommentare Frédéric Valins zu politischen Geschehnissen zu mögen, doch nun besteht Spreeblick nur noch aus seinen WM-Spielberichten, wie diesen. Ich lese die total gern, aber na ja. Ähnlich ist es hier.