Die Ideen der Gemeindepsychologie sind mir grundsätzlich sympathisch.
Wenn z.B. Zimmerman im Standardwerk dieses Ansatzes, im „Handbook of Community Psychology“ in seinem Artikel über Empowerment-Theorie sagt: „All People have the potential to empower themselves“, freue ich mich über diese grundsätzlich positive Herangehensweise an die Fähigkeiten der Menschen.

Interessant jedoch, wie Gemeindepsychologie es schafft, die Relevanz von Empowerment und Einflussmöglichkeiten auf gesellschaftliche oder politische Vorgänge genauso zu betonen wie die Notwendigkeit für Praxisanalyse mit der Analyse von Lebensbedingungen und auch die Kontextabhängigkeit von Verhalten und psychischem Leiden und sie dennoch ohne Gesellschaftskritik auskommt.

Zimmerman sagt „The motivational domain of perceived control refers to the notion that mastery of the environment satisfies an intrinsic need to influence the environment. […] Und: Several investigators have reported that motivational deficits are associated with the perceived lack of control.“ Ich check es nicht. Du kannst doch nicht erzählen, wie gut es für das Individuum ist, Einfluss auszuüben und die Tatsache, dass es Leute gibt, die dabei scheitern ansprechen, aber trotzdem auf dieser individuellen Ebene bleiben! Von hier aus ist es doch nur ein winziger Schritt bis zu der Frage, was (welche strukturellen Bedingungen) den Menschen an (Selbst-)Ermächtigung behindert, wenn sie sowohl das Potential haben, als auch Befriedigung daraus ziehen.